1. Januar 2012 - Ich wünsche euch ein gesundes und kreatives Neues Jahr!


Das neue Jahr begonnen mit Käsekuchen von meiner Lieblingstante, extra für mich gebacken. Wenn das kein gutes Omen ist.


Gute Vorsätze: keine.


Gute Gründe zu danken:


    Hanna, die mich lehrt, wie man mit Würde älter werden kann.


    Frau Ele, die es mit Nebensätzen schafft, mir meinen Weg zu zeigen.

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5. Januar 2012


Mittags wurde ich von den Hl. Drei Königen besungen und gesegnet, danach ging kurz die Welt unter und plötzlich ist es Winter. Urlaub zu Hause kann ja sooo spannend sein...


Ansonsten bietet auch das neue Jahr die alten Herausforderungen:

Ein kranker Vierbeiner muss gepäppelt und bekuschelt werden, der Frühjahrsputz vom letzten Jahr ist noch nicht fertig, der Hund hat sich das erste Mal im Schlamm einparfümiert, das Essen schmeckt noch immer viel zu gut und am PC vergeht die Zeit zu schnell, obwohl mir außer Technikspielereien wenig Kreatives einfällt.


Wenigstens kommen jetzt endlich mal die neuen Schneeschieber zum Einsatz, die ich bereits im Oktober gekauft habe. Da hat man mich noch belächelt, aber ICH muss nun bei dem Sauwetter NICHT zu OBI fahren und welche holen... (Alternativ kann man auch mit einer Tasse Tee auf dem Sofa warten, bis der Regen den Schnee wieder fortgespült hat.)


Aus der Zettelwirtschaft:


„Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben.“ (Zitat aus Spielfilm)

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7. Januar 2012 - Morgens halb Neun frisch geföhnt...


... in der Tierklinik ungeschminkt mit zerrupft aussehender Ratte in eine Bild-Reportage der BILD-Zeitung geraten. Mit und ohne Lächeln. Mit Ratte und Ratte ohne mich.


Und weil ich so schlecht lügen kann, darf man nächste Woche lesen, dass wir Läuse haben. Supi. Aber wie sagt der Profi: Besser schlechte Presse als keine Presse.

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11. Januar 2012 - Unbezahlte Schriftstellerin sucht ehrenamtlichen Manager


Ich habe eine Art One-Hit-Wonder. Das erste Gedicht, das jemals von mir in Buchform veröffentlicht wurde, hat sich verselbstständigt. Dreimal im Jahr habe ich die Idee, mich selbst zu googeln um zu sehen, wie sich „Dann, erst dann“ ausbreitet. Nach drei Seiten Suchergebnisse-Schauen lasse ich es meistens wieder sein.


Heute klickte ich aus einer Laune heraus einfach mal auf Ergebnisseite 10 und finde mich wieder im Musterkatalog der „Giessener Allgemeinen“, Abteilung Traueranzeigen. Da möchte man schon mal in die Welt hinausschreien:


Leute, ich bin noch keine 70 Jahre tot, könnt’ mich vielleicht mal jemand fragen, ehe er mit mir Geld verdient?


Das Gedicht hat seine eigene, sehr persönliche Geschichte, deshalb habe ich nie etwas gegen Veröffentlichungen unternommen. Und welcher Schreibende fühlte sich nicht geehrt, wenn seine Worte anderen Trost spendeten...


Ich bin nicht dazu geboren, mich zu verkaufen und werde mich voraussichtlich noch 17 Jahre durch meinen Brotberuf quälen müssen, weil ich unter Druck auch gar nicht kreativ sein könnte. Aber manchmal ärgert es mich doch, dass die Leistungen des Herzens so gar nichts wert sind in dieser Welt. Ich muss schon dankbar sein, wenn mein Name mit veröffentlicht wird. Das ist leider auch nicht selbstverständlich.


18. Juli 2012 - Jäger und Sammler


51 Jahre sind eine Menge Gepäck, wenn man ein Sammler ist. Ich möchte kein Jäger sein, aber manchmal beneide ich sie um ihre Leichtigkeit.


Ballast abwerfen? Darüber stehen auch einige Bücher im Regal.


Dabei müsste man von Amputation sprechen. Schließlich ist einem der Buckel über die Jahre unaufhaltsam gewachsen. Nicht schön, aber man ist so daran gewöhnt, dass einem allein die Vorstellung von Leichtigkeit den Boden unter den Füßen wegzuziehen scheint...

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25. Juli 2012 - Systemausfall


Funktionsausfälle beim Menschen sind lästig. Gibt es dafür keine organischen oder anderweitig sichtbaren Ursachen, sind sie ärgerlich. Verständnis? Nein, denn allen anderen geht es noch viel viel schlechter. Man solle sich zusammenreißen. Schließlich habe man doch keine Probleme, nicht einmal eine eigene Familie. Es gehe einem doch sonst alles so leicht von der Hand. Man stecke doch alles einfach so weg.


Das habe ich davon, dass ich nicht klagend von Tür zu Tür wandere und alles mit mir alleine ausmache.


Ich möchte einmal erleben, dass mir jemand (außer meinen Ärzten) rät, nicht immer automatisch alle Verpflichtungen zu übernehmen, die an mich herangetragen werden. Nein, ich soll diejenigen „abschaffen“, für die ich jeden Morgen aufstehe, damit ich mehr Zeit und Energie für die Erfüllung der Erwartungen anderer habe.


Ein früherer Chef sagte einmal zu mir (nachdem mich eine Kollegin fortwährend gemobbt hatte): „Sie sind halt zu sensibel!“ Danke für’s Gespräch.


Das ist inzwischen schon 21 Jahre her, aber der Makel ist mir natürlich geblieben - weil ich es bis heute nicht geschafft habe, mir ein dickes Fell wachsen zu lassen.


Und an guten Tagen bin ich froh darum.


26. Juli 2012 - Mütterliche Anteilnahme


„Wie geht es dir?“

„Geht so...“

„Wie weit sind die Unterlagen für den Steuerberater?“


Ich gebe zu, dass ich mit mehr Fürsorge gar nicht umgehen könnte. Uneigennütziges Interesse rührt mich zu Tränen. Und Tränen sind mir peinlich.



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27. Juli 2012 - „F“ wie Fehlermeldung


Ich habe mich gesteigert. Von einer allgemein gehaltenen Diagnose auf zwei konkretere Beurteilungen. Zahlencodes, die mit „F“ beginnen. Natürlich habe ich sie im Internet recherchiert. Hätte ich besser lassen sollen. Jetzt schäme ich mich und weiß nicht mehr, ob ich meine Ärztin noch mag.

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28. Juli 2012 - It’s a girl!


Nun ist auch das Geheimnis um Joschi gelüftet. Nachdem mein Exoten-Tierarzt bei der Geschlechtsbestimmung passen musste (abgesehen davon, dass er keine Hemipenisse ertasten konnte), ist vorgestern alles klar geworden. Joschi hat Eier gelegt. Nein, wir bekommen keinen Nachwuchs. Es handelt sich um unbefruchtete Wachseier, die den Körper aber ebenso schwächen, wie ein „echtes“ Gelege nach einer Verpaarung. Daher die Appetitlosigkeit und allgemeine Schwäche, all die Probleme der letzten Wochen. Immerhin gibt es jetzt eine nachvollziehbare Erklärung. Trotzdem ist das Ganze nicht ungefährlich. Es kann immer noch Legenot auftreten und die wäre lebensgefährlich.


Mein archaischster Mitbewohner ist quasi über Nacht zu einem meiner „Mäuschen“ geworden. Gut, dass es in unserem Weiberhaushalt keine Quotenregelung gibt. Obwohl sich die letzten (echten) männlichen Mäuse-Methusalems noch wacker halten, sind sie doch akut vom Aussterben bedroht.



Meine Ärztin mag ich noch. Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen habe, habe ich mir eingestanden, dass sie Recht hat mit ihrer Diagnose.

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30. Juli 2012 - Kommen und Gehen


Heute Morgen ist ein alter Mäuserich gestorben. Herzzerreißend, wie ihn seine beiden Brüder noch bekuschelt haben. Er lag warm und weich in meiner Hand, als ich ihn herausgenommen habe. Das macht mich schon traurig, so ein Abschied auf Raten. Von den fünf Brüdern leben jetzt noch zwei. Ich hoffe sehr, dass nicht einer lange alleine übrig bleiben muss. Die Uhr tickt. Sie sind jetzt fast auf den Tag genau drei Jahre alt und für Farbmäuse ist das ein wirklich beachtliches Alter. Und überall stand zu lesen, dass MännerWGs auf Dauer nicht gutgehen. Ist es aber. Warum auch immer, es halt wohl alles gepasst im Nagerheim. Ich habe mich auf meine Intuition verlassen und die Jungs haben mich nicht im Stich gelassen.


Auch wenn der Kopf schon länger sagt, dass ich den Hochmannzoo verkleinern muss: Sie werden mir wirklich fehlen, die kleinen Dreckschleudern. Es war einfach schön, eine Gruppe von Tieren zu beobachten, die sich gern hat.


Joschi legt weiter Eier, aus denen nichts werden kann, und bei den wandelnden Blättern schlüpfen alle paar Tage Jungtiere aus Eiern, die ich im Mai gekauft habe.


Und ich? Habe heute zwei weitere Arzttermine klargemacht - wenn ich schon mal dabei bin. Es geht voran...