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Am Ende fängt es an...

 

31. Dezember 2003

 

Mein einziger Wunsch, den ich für dieses Jahr hatte, ist nicht in Erfüllung gegangen.

Wie so oft, ist alles anders gekommen. Ob das besser oder schlechter ist, möchte ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall heißt es, noch geschmeidiger zu werden im Annehmen dessen, was das Leben mir bietet.

 

Ich wünsche euch für das Neue Jahr alles, alles Gute, Gesundheit und viele glückliche Augenblicke.

 

 

 

 

 

10. Dezember 2003 - Die Qual der Wahl

 

"Das war aber eine schwere Geburt", sagt der Mann mit der Mütze und lächelt mich freundlich an.

"Ich weiß auch nicht", sage ich, "warum das immer so lange dauert. Im Grunde sind sie sich doch alle sehr ähnlich. Es muss wohl eine Art Ritual sein."

"Ich habe Sie gesehen, wie Sie hereingekommen sind und kreuz und quer hindurch und wieder hinaus und die Straße vor nach gegenüber und später kamen Sie zurück und haben diesen und jenen betrachtet und wieder zurückgestellt. Ich wollte schon fragen, ob ich helfen kann."

Hätte er mal...

 

Auf dem Heimweg begegnen mir erstaunlich viele Christbäume auf Dachgepäckträgern, Beifahrersitzen, Ladeflächen.

 

Die Frage des Tages lautet:

Wieviel Zeit wenden Menschen durchschnittlich für die Auswahl ihres Weihnachtsbaumes auf?

Und weiter: Gibt es nationale Unterschiede?

 

 

 

 

 

3. Dezember 2003 - In der Stille der Nacht

 

Es ist passiert. Ich habe es nicht wirklich gewollt, aber heute morgen um 1.00 Uhr blieb mir keine andere Wahl: Ich habe meinen ersten Mord begangen. Er wird mich nicht ins Gefängnis bringen und mit ziemlicher Sicherheit keinen Literaturpreis einheimsen, aber irgendwie ist es schon ein gutes Gefühl, auch das zu können ;-)

 

 

 

 

 

16. November 2003 - Angesichts Bohlen, Küblböck und Co.

 

Ich kann euch beruhigen. Ich werde meine Memoiren nicht veröffentlichen.

 

 

 

 

 

15. November 2003 - Neulich in der Mailbox

 

Posteingang:

 

Ich hab mir jetzt bei Aldi so'n Fahrrad gekauft, mit dem ich auf der Stelle trete...

 

Postausgang:

 

Sowas hab ich auch. Es steht vor dem Bücherregal und stört dort. Manchmal nehme ich mir auch vor, darauf zu fahren. Dann schiebe ich es in den Raum hinein. Dort steht es dann im Weg und ich stoße mir die Zehen daran und staple Bügelwäsche auf dem Sattel.

 

 

 

 

 

11. November 2003

 

Und wieder regnet es Blätter. Der Winter wird kalt. Sehr kalt.

 

 

 

 

 

6. November 2003 - Wieder nichts.

 

Ich hätte eine Geschichte schreiben können mit dem Titel "Meine Küche klebt", hab mich dann allerdings dafür entschieden zu putzen.

 

Es hätte schlimmer kommen können, weil ich mit dem Kater gestern unverhofft in die Tierklinik musste. Vermutlich hat er sich während einer Rauferei etliche Blessuren zugezogen (wüsste gerne, wie sein Gegner aussieht), die wir aber im Griff haben, wie es scheint. Meine Oberschenkel haben dabei auch sehr gelitten. Versuchen Sie mal, alleine einen 6 kg-Kater zu fixieren, ihm den Schwanz hochzuhalten und gleichzeitig sein lädiertes Hinterteil mit Desinfektionsmittel zu behandeln. Noch Fragen?

 

 

 

 

 

4. November 2003 - Heute nichts.

 

Ich könnte erzählen, dass ich eben ein altes Fenster wiedergefunden habe. Vor neun Jahren habe ich mit ihm gesprochen, da war es sehr depressiv gestimmt. Wenn man der Geschichte glauben mag, wurde es am folgenden Tag von der Abrissbirne zerschlagen. Aber wen interessiert das schon...

 

 

 

 

 

3. November 2003 - Übrigens...

 

Die Arbeit an den drei Sätzen hat sich gelohnt. Sie haben heute ihre Feuertaufe bestanden. Schön, gell?

 

 

 

 

 

3. November 2003 - Wahre Nächstenliebe

 

Aus der elektronischen Tagespost (2.11.2003, 19.20 Uhr), im Original wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung der Verfasserin:

 

Servus Katzenhasserin *ggg*,

 

tja.. ich bin nun mitten im Kochen.. aaalso, nä, .. Sauerbraten, der schmort ja scho im Topf *hmmmmm riecht soooooo leckaaa*... und der Endivi is auch scho fertig, weil wir zwei mögen den Salat soooo gern, wenn er so richtig zammgmantscht is *jamjam*.... die Knödel die können no a bissi warten... aaalso... ich denk mal... so ummera achte wern ma essen... kannst ja dann mal an uns denken... aaalso... ich denk auf alle Fälle an dich dabei, wenn ich dann genüsslich so ein Brökerl Fleisch auf die Gabel spieß, des vorher noch ordentlich in der Soße rumpantsch, ein kleines Stückerl Knödel vor das Fleisch spieße... und es mir dann kurz unter die Nase halte... aaaahhh.. dieser Duft... um es dann genüßlich zwischen den Lippen verschwinden zu lassen.... aaaalso.. ich schluck des dann ned glei runter.. während ich dann genießerisch dran kau. doch.. dann könnt ich ganz lieb und unschuldig an dich denken.. ich denk mir dann sicherlich... oooohhh....die arme Helga... die tät etzt soooo gern hier mit dabei sitzen.. weeeiiiil sie mag ja den Sauerbraten sooo gerne... aaaalso.. ich tät ihr ja wirklich gerne was abgeben davon.. eeehrlich ... aaaber des arme Mädel kann ja ned hier sein... aaalso... wir hätten da ja schon noch einen Stuhl hier frei... und nen dritten Teller hätt ich ja auch noch für die arme Helga.... da tät ich ihr dann a grooooßes Stückerl Sauerbraten und an schönen runden Knödel mit viiiiiiiel Soße drauftun... und... dann tät ich mich freuen... wenn es ihr sooo richtig gut schmeckt, der Helga.... wie sie dann genüßlich den Sauerbraten erstmal anguggt.... sich an dem Duft erfreut.. die Vorfreude genießt, den Sauerbraten dann gleich auf der Zunge zergehen zu lassen... dochdoch.. das denk ich mir dann ganz bestimmt... während der Sauerbraten mit dem Knödel auf MEINER Zunge zergeht... achja.. der Franz wird den Sauerbraten mit Knödel natürlich auch genießen.. ach, ich bin mir sicher... auch er wird an dich dabei denken :-))))

 

So... etzt muß ich dann wieder zu dem Sauerbraten.. die Knödel fertigmachen.. naja.. heut kommen wohl a paar Bröckerl geröstetes Weißbrot mit rein... so halt im Andenken an dich, weil ich könnt ma vorstellen, dass so gefüllte Knödel dir scho schmecken täten, oder????? *harmlosgugg* Etzt hoff ich nur, dass dir des Wasser ned im Mund zammläuft, weil ich in meiner Begeisterung so viel über den Sauerbraten, den wir etzt dann glei essen, geschrieben hab.

 

Aber.. tröste dich, wennst des nächste Mal zu uns kommst, dann bekommst auch einen Sauerbraten... gell *liebgrinsel*.

 

Tina mit der ganzen Meute, einschließlich dem Franz *gg*..

 

Ps.: Achja.. etzt sag bloß ned, ich hätt sadistische Züge an mir *ggg*

 

 

Aber das war noch nicht alles... Vier Minuten später folgte ein Nachtrag:

 

aaaalso... ich hab dem Franz grad erzählt, dass ich dir a Mail über den Sauerbraten geschrieben hab.... darauf hat er gmeint, ich sollt den Nachtrag hier no schreiben...

 

er meint ja, dass er ganz froh is, dass du etzt heut ned da bist, weiiill.. dann kann er an Knödel mehr essen... mit dem Sauerbraten, dem Guten *höhö*... und dabei hat er mich ganz unschuldig angegrinst...

 

Des hab i etzt gmacht, den Nachtrag.. ich sprech mich von jeglicher Schuld frei, irgendwie Spaß daran gehabt zu haben *ehrlichschau*...

 

An lieben Gruß, extra vom Franz *g*

 

 

Ich habe natürlich meiner Freude und Dankbarkeit Ausdruck verliehen:

 

Deine Mail heut Morgen zu lesen, hat mich fast wach gemacht. Hätt mich kringeln können. Ein literarisches Meisterwerk. Nö, sadistisch biste nicht, du hast nur eine außergewöhnliche Lust, von deiner Lust zu berichten, anderen damit Lust zu machen und sie dann verhungern zu lassen.

 

Ich hab jetzt leider keine Zeit, ausführlich zu schreiben. [...]

 

ABER, ich will dir noch kurz sagen, wo ich gestern war, als mich deine Mails ereilten. Die Eröffnung der Literaturwoche in Schwabach: eine kulinarische Lesung. Es gab mörderische Geschichten in denen auch das Essen eine Rolle spielte. Nachdem eine Geschichte vorgelesen war, gab es ein Gericht, in dem Zutaten aus der jeweiligen Geschichte vorkamen. Wir haben also ab 19.45 Uhr stündlich ein Essen auf den Tisch bekommen, gehobene Küche, das Ganze in vier Gängen, die Nachspeise also um 22.45

Uhr.

 

Möchtest du wissen, was es als dritten Gang, Hauptgericht, gab? Sauerbraten vom Reh mit norddeutschen Kartoffelknödeln und Rotkraut *gröööööööööööööööööhl"

 

Ist jetzt wirklich wahr. Das erste Reh meines Lebens. Ich mag Wild nicht besonders gerne, aber das Fleisch war sehr zart, die Soße auch lecker, wirklich sehr gut gekocht.

 

Während ihr also an mich gedacht habt, war ich gerade beim ersten Gang, Putenmedaillons mit Speckröllchen und Grapefruit-Pflaumen-Salat *ggggggggggggg*

 

Ich weiß, dass du nicht neidisch auf mich bist deswegen. Ich erzähl das auch nur, damit du dir jetzt nicht mehr so ein schlechtes Gewissen machst wegen gestern... Ich bin nicht verhungert *die eigenen Speckrollen fühl*

 

Helga

 

 

 

 

 

2. November 2003 - Arbeit am Text II

 

Neulich habe ich eine Stunde gebraucht, um drei Sätze richtig zu formulieren. Und noch immer bin ich nicht sicher, ob sie gelungen sind. Anfänge fallen mir zu, häufig auch Titel. Aber um das Ende muss ich kämpfen. Die letzten Worte sind die schwersten...

 

Was mir dazu noch einfällt, wisst ihr selbst.

 

 

 

 

 

28. Oktober 2003 - Schnäppchen der Woche

 

Nein, ich habe keine kreative Pause gemacht. Ich schlage mich mit den Tücken des Alltags herum und kämpfe mit aller Kraft gegen den vorweihnachtlichen Kaufrausch. Manchmal erliege ich der Versuchung. Es gibt aber auch niedliche Sachen überall. Zum Beispiel dieses preiswerte Angebot:

 

Echte Rarität:

Sucht jemand einen Bratapfelbräter für den Singlehaushalt, in den kein ganzer Apfel hinein passt?

Gibt's diese Woche im Drogeriemarkt Müller im Angebot.

Sollte er ausverkauft sein: An gute Freunde würde ich zwei Stück abgeben.

 

 

 

 

 

22. Oktober 2003 - Halleluja

 

Das ist nun wirklich kaum zu glauben, aber ich schwöre euch, es ist wahr. Mein Schreibengel ist wieder da! Acht Stunden nach Barbis Eintrag im Gästebuch fand ich ihn unter meinem Bauernschrank, als ich eine Steckdose suche. Mein Kater muss ihn vor über einem Jahr dort unten versteckt haben. Wahrscheinlich hat er ihn von meinem Schreibtisch geklaut, das Aufhängefädchen ist gerissen.

Schön, gell?

Nebenbei wäre noch zu erwähnen, dass ich eben eine Geschichte geschrieben habe.War zwar eine "Pflichtübung", hat aber dennoch Spaß gemacht ;-)

 

 

 

 

 

20. Oktober 2003 - Das ist der Grund!

 

Immer, wenn ich schreiben will, kommt etwas dazwischen:

Der Kater will gestreichelt werden.

Der Kater hat Hunger.

Der Kater stempelt mit den Pfoten das Papier.

Der Kater legt sich auf die leeren Zeilen.

Meine Mutter ruft an.

Ich vergesse den genialen ersten Satz.

Meine Mutter ruft nochmal an.

Ich kippe Cola über das Telefon.

Der Kater springt auf und fetzt das Tintenfass vom Tisch.

Ich rufe meine Freundin an.

Mein Kater...

Meine Mutter...

Und ich...

Aber wahrscheinlich liegt es am Schreibengel.

Der ist mir nämlich abhanden gekommen.

 

 

 

 

 

15. Oktober 2003 - Okay, okay...

 

... ich bin ja da. Nein, ich habe noch keine Strohsterne gebastelt. Ich hab auch was geschrieben. Wirklich. Ich schwöre! Aber DAS hättet ihr bestimmt nicht lesen wollen. Echt nicht. Obwohl... man kann ja nie wissen...

Ich kann nur soviel dazu sagen, dass es eine Art Drehbuch war. Genauer gesagt ein Bühnenstück für drei Personen, einmalig aufgeführt, ihr habt es verpasst, nun ist es zu spät.

 

Im April lese ich voraussichtlich wieder in Schwabach, diesmal zusammen mit dem Kollegen Berghofer. Das riecht nach Arbeit und das ist gut so. Meine Muse hat sich heute schon beschwert, dass mein Tagebuch so leer ist. Aber jetzt mal ehrlich: Findet ihr nicht auch, dass das nicht meine Schuld sein kann? Ich meine, wozu hab ich denn ne Muse, hm? *mal mit dem Gartenzaun wedelt*

 

 

 

 

 

5. September 2003 - Alle Jahre wieder

 

Der Herbst ist da, mir ist morgens und abends zu kalt und mittendrin zu warm im Pullover und überhaupt ging das alles wieder viel zu schnell und übergangslos. Bei "Plus" fand ich Mitte der Woche die ersten Weihnachtsgummibären, ich hab wie immer noch kein einziges Geschenk gekauft, also kaufte ich eine Tüte Gummibären mit Zipfelmütze und verschenkte sie. Seitdem fühle ich mich besser.

 

Nein, ich will den Sommer nicht zurück. Ich will überhaupt nichts von dem wiederhaben, was hinter mir liegt. Etwas vor mir zu haben, das fände ich schön.

 

 

 

 

 

24. August 2003 - Arbeit am Text

 

"[...] Ein anderer möglicher Grund für die Scheu, das Geschriebene zu überarbeiten, ist der nur zu verständliche Wunsch, etwas fertig zu bekommen, abzuschließen, vielleicht auch einem Verlag zu schicken. Es stimmt, Schreiben ist ein einsames Geschäft. Wir sitzen in einem kleinen Zimmer und quasseln mit uns selbst. Wir sehnen uns danach herauszufinden, ob dieses Gequassel anderen irgendetwas bedeutet, also schicken wir es ab. Nur widerwillig halten wir es zurück, um einen zweiten, dritten, vierten und wer weiß wie viele weitere Blicke darauf zu werfen, um daraus weniger Gequassel und mehr Literatur zu machen. [...]"

 

"[...] Überarbeiten heißt: denken und überdenken, tippen und neu tippen. Es heißt: zu viel Kaffee trinken und den verzweifelten Wunsch nach irgendeiner Ablenkung verspüren - telefonieren, den Briefträger in ein Gespräch verstricken, ein Buch lesen oder dem plötzlichen Heißhunger auf ein Croissant nachgeben. Leider gibt es bislang kein Computerprogramm für die Textrevision. Man muss schon selbst Hand anlegen und braucht dazu viel Vorstellungskraft. Textüberarbeitung ist wie ein Haus bauen und dann bemerken, dass die Wände nicht im Lot sind und die Fenster schief hängen. Was soll man tun? Alles abreißen und noch einmal ganz von vorn anfangen? Wer macht das schon gern? "Aber das musst du", flüstert der gute Engel auf Ihrer Schulter. "Lass es einfach so", redet Ihnen der schlechte Schreibengel auf Ihrer anderen Schulter ein, "vielleicht merkt es der Eigentümer nicht." Die Sache ist nur, dass Sie selbst der Eigentümer sind. Sie müssen dort leben, und vielleicht können Sie das auch. Aber erwarten Sie es von niemand anderem. [...]"

 

(aus: David Michael Kaplan, Die Überarbeitung)

 

 

 

 

 

18. August 2003

 

Wenn der Wind nur einmal mit sich risse, was mich bedrückt und was mich ängstigt. Einmal wirklich frei zu sein - und sei's nur bis zum nächsten Morgen - das wäre was.

 

 

 

 

 

13. August 2003 - Probleme gibt's...

 

"Mein Kühlschrank wenn i aufmach, dou greina die Mais..."

"Und unsrer is immä su vull, dass mer däi Woar goarnet wechbringa..."

 

 

 

 

 

5. August 2003 - Was passiert beim Lachen im Körper?

 

Beim Lachen gelangt viermal soviel Sauerstoff in den Körper. Abwehrstoffe werden aktiviert. Ängste lassen nach. Es wirkt schmerzlindernd  und baut Spannungen ab. Der Spruch "Lachen ist gesund" stimmt also. Außerdem: Für ein Lachen braucht man nur 17 Muskeln, für ein wütendes Gesicht 65. Und man muss es nicht lernen. Mit drei Monaten lächeln Babys zum ersten Mal ihre Eltern an.

 

(Quelle: Ein Zettel im Sammelsurium, Herkunft unbekannt)

 

 

 

 

 

4. August 2003 - Kommt von der Hitze...

 

Mittags überlegte ich ernsthaft, meinen Kühlschrank leer zu essen, Platz zu schaffen. Für mich.

 

 

 

 

 

2. August 2003 - Erkenntnis

 

Es soll ja Menschen geben, die ihre Gefühle im Griff haben. Zu diesen zähle ich definitiv nicht.

 

 

 

 

 

29. Juli 2003 - Endlich...

 

Endlich wieder geschrieben. Mitten aus dem Bauch heraus. Eine kleine Geschichte, die etwas melancholisch geworden ist. Was sonst... Wie sagte einst ein lieber Freund? "Was wäre Hochmännchen ohne Melancholie." Ich habe mich nicht wirklich mit ihr angefreundet, aber ich nehme sie hin als Teil meines Wesens und folglich auch Schreibens.

 

Nein, ich werde sie hier nicht veröffentlichen, weil sie wahrscheinlich Titel und Titelgeschichte meines Buches wird (sofern es mir gelingt, meine Verlegerin von dieser Idee zu überzeugen). Und nun springe ich mal zum VLB und prüfe, ob der Titel noch frei ist.

 

Macht's besser, bis die Tage.

 

 

 

 

 

15. Juli 2003

 

Es gibt Menschen, die leiden mit so viel Ausdauer und Hingabe... Nutzten sie diese Energie auf andere Weise, liefen sie Gefahr, ein schöneres Leben zu leben...

 

 

 

 

 

22. Mai 2003 - Kurz nach Mitternacht

 

Nein, ich bin nicht faul, nur weil sich hier nichts bewegt. Ich habe hier und dort gelesen und zwischendurch ein paar schräge Texte geschrieben. Außerdem gestern Morgen die Entscheidung getroffen, ein Buchprojekt in Angriff zu nehmen. Aber das ist natürlich streng geheim, so geheim, dass ich selbst noch keine Ahnung habe, wie es werden wird. Die schrägen Texte dürfen jedenfalls mit hinein, weil alles seinen rechten Platz finden wird. Schaumermal...

 

 

 

 

 

12. Mai 2003 - Antrag auf Verbannung

 

Ich möchte gerne das Wort "nur" aus den Sätzen streichen. Zumindest in jenen häufigen Fällen, da wir uns selbst damit einschränken oder abwerten.

 

 

 

 

 

5. Mai 2003 - Juhuuu - es hat geklappt!!!

 

Ha, ihr faulen Schreiberlinge, nun ist es zu spät, jetzt gibt es sie, die Geschichte von der Tüte und der Schere. Und ich musste sie nicht einmal selbst schreiben. Nö... Ich habe sie nämlich heute geschenkt bekommen, nachträglich zum Geburtstag. Jawohl! So geht das (wenn eine Glück hat)! Der Michael hat sie geschrieben, ein richtiger Krimi ist es geworden mit dem Titel: "Haushaltsschere auf der Flucht"

 

DANKE! Nun bist auch du ein guter Mensch ;-)

 

 

 

 

 

3. Mai 2003 - Weg damit!

 

Spruch an meiner Pinnwand:

 

"Wenn du das Ziel nicht kennst, ist kein Weg der richtige."

 

Solange ich bei mir bin, ist jeder Weg der richtige. Und ich muss nicht mehr wissen, wohin er mich führt. Wichtig ist nur, dass ich bei mir ankomme.

 

 

 

 

 

2. Mai 2003 - Es gibt noch Hoffnung

 

Für einen Stier bin ich inzwischen doch recht flexibel geworden. Ich habe zum Beispiel schon einmal meine Meinung geändert. Über Schnittblumen. Früher mochte ich sie nicht, heute schon. Ich habe mich mit der Vergänglichkeit abgefunden. Finde sie manchmal sogar entlastend. Zuviel sammelt sich an mit der Zeit.

 

 

 

 

 

1. Mai 2003 - morgens

 

Ich möchte wissen, wie er das macht, dass immer nur ein Teil der Verdauungsorgane übrig bleibt. Als hätte er die Leiche seziert. Selbst mit Skalpell müsste man vorsichtig umgehen, damit die Gedärme nicht verletzt werden. Seine Werkzeuge sind im Gegensatz dazu doch eher grobschlächtig. Ich bewundere ihn, auch wenn ich die ganze Angelegenheit im Grunde nicht sehr appetitlich finde. Schon deswegen nicht, weil sie auf meinem Teppichboden Spuren hinterlässt. Ich stelle mir vor, dass Eingeweide bitter schmecken. Wissen muss ich es nicht.

 

 

 

 

 

24. April 2003 - nächtens

 

Während ich schlaflos liege, mir dieses und jenes durch den Kopf geht, fällt mir auf, dass ich seit Monaten nichts mehr in mein privates Tagebuch eingetragen habe. Warum? Die freudige Erkenntnis: Weil es nichts, aber auch garnichts gibt, worüber ich nicht mit jemandem sprechen könnte. Ist das nicht viel wertvoller, als tausende beschriebener Seiten, die im Dunkeln lagern? Wo man nach zwei Jahren feststellt, dass man immer noch an den gleichen Grenzen scheitert?

Nichts mehr festhalten müssen. Alles fließen lassen - hinaus und hinein.

 

 

 

 

 

21. April 2003 - Selber schuld - oder - Das ideale Geschenk

 

Ja, ich habe es so gewollt.

Ich sagte: Gebt mir Aufgaben und ich schreibe.

Ich habe nicht gesagt: Gebt mir die Aufgabe, über eine Tüte und eine Haushaltsschere zu schreiben, die sich auf dem Wochenmarkt begegnen.

Aber nun ist es zu spät.

Frohgelaunt und in bester Absicht nahm ich Platz auf meinem sonnigen Balkon, den Schreibblock auf den Knien, den lädierten Finger mutig und jeden Schmerz missachtend gekrümmt und dann - nichts. Musik aus einem der Nachbarhäuser. Babysitter-Boogie und Schön ist es auf der Welt zu sein... Roy Black und Anita. Wann das wohl gewesen sein mag? Und wie alt war ich damals? Ich will es nicht und singe trotzdem in Gedanken mit. Die ersten Langspielplatten meines Vaters...

Und nun sagt mir: Wie kann man darüber hinweghören? Hm? Eben. Es geht nicht.

Ich kann wirklich nichts dafür.

Ehrlich nicht.

Hab's versucht.

Jemand hier, der Mitleid hat?

Hallooooooo???

Ich meine nur: Falls mir jemals jemand ein Geschenk machen möchte - ich könnte grad recht gut eine Geschichte gebrauchen. Eine über eine Tüte und eine Haushaltsschere. Notfalls auch von einer Tüte über eine Haushaltsschere. Eventuell auch umgekehrt. Aber unbedingt mit Wochenmarkt. Kein Schwimmbad, kein Parkplatz, kein Kino. Zusätzlich vielleicht. Aber der Wochenmarkt muss sein.

Oder vielleicht hat ja schon jemand eine solche Geschichte in seiner Schublade? Es liegen so viele Geschichten in Schubladen, die nie jemand zu hören bekommt. Ich würde sie auch vorlesen im Kurs. Zehn Zuhörer mindestens. Und ich tät auch sagen, aus welcher Schublade sie hervorgeholt worden ist. Wirklich! Ich schwöre!

 

 

An dieser Stelle mal ein ganz lieber Gruß an Heike :-)

Nein, echt nicht, der war wirklich ohne jeden Hintergedanken.

 

 

 

 

 

29. März 2003 - Asche auf mein Haupt

 

Es gibt sie also doch - die guten Menschen, die ab und zu in mein Tagebuch sehen und sich wundern, dass die Hochmann nichts und nichts als nichts hinein schreibt.

 

Es ist einfach so, dass es Zeiten des intensiven Schreibens und solche des intensiven Lebens gibt. Für zweites bin ich übrigens ausgesprochen dankbar. Wer mich kennt weiß, wie lange und wie hart ich dafür gekämpft habe. Nun gibt es also nicht nur das Abenteuer Schreiben, sondern auch das Abenteuer Leben für mich. Heute habe ich die Schreibzeit wieder eingeläutet.

 

Schaumermal, ob's jemand merkt und sich freut... *hiermit BaLo mal herzlich grüße*

 

 

 

 

 

4. März 2003

 

Alles hat seine Zeit. Aber wer hat die Geduld...

 

 

 

 

 

22. Februar 2003 - Urheberrecht

 

Ein neues Wort in meinem Wortschatz. Und die dunkle Ahnung, mich künftig mit Dingen auseinandersetzen zu müssen, die mir eigentlich zuwider sind.

 

 

 

 

 

16. Februar 2003 - Botschaften in eine andere Welt

 

Bei den Traueranzeigen in den Nürnberger Nachrichten mein Gedicht "Dann, erst dann" entdeckt, allerdings ohne Nennung meines Namens. Meine Worte gehen in die Welt hinaus. Immer wieder entdecke ich es auf neuen, berührenden Internetseiten, Erinnerungen an Menschen... Und jedesmal bekomme ich Herzklopfen...

 

Es war meine Art, Abschied zu nehmen von dir und dein Vermächtnis zu bewahren. Und wie ich einst versuchte, mich selbst damit zu stärken, schenkt es heute anderen Menschen Trost. Du selbst hättest dich am meisten darüber gefreut.

 

 

 

 

 

11. Januar 2003

 

Daraus ließe sich die logische Schlussfolgerung ziehen, dass sich auf Depris Rückseite das Licht und die Zuversicht befinden. Könnte man einen Blick dorthin werfen...

 

 

 

 

 

8. Januar 2003

 

Depri ist...

            ... wenn man von allem nur die Rückseite sieht.

 

 

 

 

 

4. Januar 2003 - Längst überfällig:

 

Ein   für die Muse

 

 

 

 

 

3. Januar 2003 - Herzlich willkommen...

 

... im neuen Jahr. Ich hoffe, ihr seid alle heil hier angekommen. Wir zählen die Tage neu, die Hoffnung ist noch ungetrübt und mein Terminkalender verspricht jetzt schon kleine und große Abenteuer. Lesungs- und Schreibabenteuer vor allem.

 

Und - habt ihr gesehen? Echte Fanpost im Gästebuch. Herzlichen Dank auch! So mag ich dem jungen Jahr gern ins Gesicht schaun.

 

Silvester verbrachte ich überwiegend im Bett. Nicht allein allerdings. Herr Kater und Frau Grippe wichen nicht von meiner Seite. Klingt etwas verrucht. Findet ihr nicht?

 

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